Im Ernst? Und mit ein paar kleinen Stellenanzeigen finden Sie immer die besten Leute, wenn in Ihrem Team gerade wieder eine Schlüsselposition zu besetzen ist? Ihre (Konsumenten)Marke regelt das alles ganz magisch für Sie? Hmm, glauben Sie wirklich?

Stellen Sie sich folgende Situation vor: Sie sind Geschäftsführer eines Modelabels für Skateboarder und auf der Suche nach Produktdesignern und SAP-Experten (für Ihr IT-Office).

employer-branding_recruiting

Ihre Kernzielgruppe ist männlich, zwischen 14 Uhr und 27 Jahre alt, aus der Mittelschicht stammend etc. Die Marke vermittelt Werte wie Männlichkeit, Macht, Extrovertiertheit etc. Die Psychologie, die hinter Ihrem Geschäftsmodell steht, spricht gezielt die egozentrischen Seiten Ihrer Buyer Personas an.

Werfen wir nun einen genaueren Blick auf den Recruiting-Prozess. Egozentrismus als Teil der Unternehmenskultur? Die meisten Menschen würden solch ein Umfeld wohl nicht als ideale Arbeitsatmosphäre bezeichnen… Aber gut, verschiedene Berufe ziehen verschiedene Persönlichkeiten und verschiedene Mindsets an. Nicht nur sattsam bekannte Klischees, auch valide Personaldiagnostiksysteme stimmen in diesem Punkt zu.

Die meisten Menschen werden nun wahrscheinlich denken, dass es einfacher ist, für ein Modelabel Produktdesigner zu gewinnen als IT-Spezialisten. Vielleicht. Vielleicht auch nicht. Aber darum geht es zunächst gar nicht. Entscheidend ist, für jede zu besetzende Position die richtigen Fachkräfte zu finden - in punkto Hard Skills, Soft Skills &. Kompatibilität mit der Unternehmenskultur. Während Konsummarken zumeist homogen und stark zugespitzt sein müssen, um einen Return on Investment zu erzielen, ist die Persönlichkeit von Menschen deutlich vielschichtiger. Von einer Konsummarke kann die komplex strukturierte Persönlichkeit eines Menschen niemals auch nur annähernd abgedeckt werden!

Es mag exzellente Produktdesigner und SAP-Spezialisten geben, die Ihre Kleidung tragen und dem von Ihrer Marke propagierten prototypische Skater-Lifestyle in ihrer Freizeit folgen. Wenn es aber um den Arbeitsplatz geht, bevorzugen dieselben Menschen aber vielleicht ein ganz anderes Set an Werten. Denn Sie dürfen nicht vergessen: Branding wirkt immer unbewusst und in ihm vorkommende Werte werden schnell auch auf andere Stakeholder-Agenden des Unternehmens übertragen!

Eine gute Employer Brand agiert als sorgfältiger Vermittler zwischen der Unternehmensbrand für die Konsumenten und den Mindsets ihrer Mitarbeiter. Sie zeigt, warum genau diese Mindsets essenziell sind, damit aus Markenwerten Produktrealitäten entstehen!

Gezielt eingesetztes Employer Branding macht diese spezifischen Verbindungen auf verschiedenen Ebenen (Designer, IT-Experten etc.) sichtbar. Auf diese Weise wird auch die übergeordnete Unternehmenskultur zumeist gut erkennbar! Wenn ein interessanter High Potential vor diesem Panorama für sich zum Schluss kommt “ja, ich will ein Teil davon sein!“ haben Sie höchstwahrscheinlich den idealen Mitarbeiter gefunden!
Genau für solche Erfolgsszenarien braucht es Employer Branding.

© workinprogress ¦ Strategisches HR-Management &
Employer Branding

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

*