Arbeitgebersiegel sind eine praktische Sache (für KMU gleichermaßen wie für große Konzerne): Sie bescheinigen den Unternehmen, gute und verantwortungsbewusste Arbeitgeber zu sein! Die Auszeichnungen machen sich hervorragend auf der Firmenwebsite und im Karrierebereich, v.a. wenn es darum geht, für begehrte Fachkräfte attraktiv zu wirken. Das Problem bei der Sache: vielen Arbeitgebersiegeln fehlt jegliche Substanz, es wird bloß mit einer Illusion gespielt. Das Personalmagazin widmet sich in seiner neuen Ausgabe ausführlich dem Thema und kommt dabei zu sehr kritischen Ergebnissen, wie Reiner Straub in einem auf LinkedIn veröffentlichten Beitrag aufzeigt.

Auch bei workinprogress haben wir es immer wieder erlebt: vielen BewerberInnen ist die geringe Glaubwürdigkeit von Selbst-Beweihräucherungen, die die Unternehmen bisweilen von geschäftstüchtigen Pseudo-Zertifizierern einfach kaufen können, intuitiv völlig klar.

Etwa wenn sie beim genaueren Studium von Stellenausschreibungen oder einem lieblos hingeklotzten Karrierebereich auf der Unternehmenswebsite zu spüren bekommen, dass - jenseits der protzigen Siegel - die Mitarbeiter in dem Unternehmen wohl nur als lästiger Kostenfaktor gesehen (und auch behandelt) werden.

 

Besonders interessant an Straubs Vorab-Artikel ist freilich das Verdikt, dass die Medaillen der (Selbst)Beweihräucherung bisweilen sogar zum Bumerang werden können: "Selbst bekanntere Siegel liefern für renommierte Unternehmen kaum einen Mehrwert, sie stellen eher ein Risiko für das Image dar - so die Wissenschaftler." (Reiner Straub, Arbeitgebersiegel stiften meist keinen Nutzen auf dem Bewerbermarkt, Quelle: Link zum Beitrag siehe oben)

Man kann sich auch denken, warum. Ein Unternehmen, das in seiner Kommunikation, seinem Auftreten und seiner externen Employer Reputation (auf Arbeitgeberbewertungsplattformen) einen gänzlich anderen Eindruck hinterlässt, macht sich umso verdächtiger, wenn es sich mit (gekauften) Federn schmückt. Es beschleicht einen nämlich dann leicht das Gefühl, dass es v.a. darum geht, Schmutz mit dem Gold der Siegel zu "überpinseln". Und wenn sich dann noch ein Siegel an das andere reiht...

Natürlich sind nicht alle Siegel so wertlos wie hier beschrieben, das muss der Fairness halber unbedingt hinzugefügt werden! Auch die guten Zertifizierungen leiden unter dem von Straub konstatierten Ansehensverlust. Es ist - im Gegenteil - sehr schade, dass ein an sich sehr sinnvolles Instrument im Laufe der Zeit von vielen schamlos ad absurdum geführt wurde.

Für BewerberInnen heißt es daher weiterhin, genau hinzusehen, was ein Arbeitgeber wirklich draufhat! Und für die Unternehmen gilt: an der Substanz arbeiten und die beste und glaubhafteste Form der Außenkommunikation finden. workinprogress ist auf diesem Weg Ihr professioneller Partner!

Bild: Photo by rawpixel on Unsplash

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